Ein Hildesheimer Stadtteil kämpft um seinen Ortsrat – und könnte auch ohne Parteien damit Erfolg
haben
R.Münzebrock vom 23.02.2026
Veröffentlicht am Montag, 23. Februar 2026
Von Andreas Mayen
Einum - Vor der Kommunalwahl im Herbst geht die Angst um. Überall fehlen Menschen, die bereit sind, sich für ihren Ort zu engagieren. Ein Stadtteil von Hildesheim kann aber dem Trend
wohl trotzen.
Einum - Die Mitglieder des Ortsrats Einum haben in der vergangenen Woche Einwohnerinnen und Einwohner zu einem Infoabend über die kommende Ortsratswahl eingeladen. Keines der Mitglieder tritt erneut an. Dennoch
wollen sie sicherstellen, dass die Ortsratsarbeit auch in der kommenden Wahlperiode weitergeht.
„Der Ortsrat vertritt die Bürger gegenüber der Stadtverwaltung“, sagt Benedikt Skorka (Grüne), stellvertretender Ortsbürgermeister von Einum, „er ist auch ein Bindeglied bei der Unterstützung von
Vereinen, Festen und Projekten.“
„Furchtbares Szenario“
Der Ortsrat Einum hat sieben Mitglieder. Damit ein Ortsrat gebildet werden kann, muss er mindestens vier Mitglieder, also ein Mitglied mehr als die Hälfte der gesetzlichen Mitglieder, aufweisen.
Bei den üblicherweise vier Ortsratssitzungen im Jahr müssen ebenfalls vier Mitglieder anwesend sein, damit das Gremium beschlussfähig ist. Der Einladung folgten fünf Einumer Einwohnerinnen –
ausschließlich Frauen. „Ich finde das Szenario, dass wir keinen Ortsrat mehr haben, furchtbar“, sagt Tanja Poppe, eine der Interessentinnen.
Angedacht ist eine neutrale Liste
Bereits zwei weitere Bürger haben sich bei einer internen Veranstaltung für eine Kandidatur bereit erklärt, berichtet Thomas Epp (parteilos), der seit 29 Jahren Mitglied des Ortsrats ist. Mit den
fünf Interessentinnen der Infoveranstaltung sind es sieben Kandidaten – ausreichend, um den Ortsrat komplett zu besetzen.
Die Teilnehmerinnen nehmen daher eine gemeinsame Liste ins Visier, die parteipolitisch unabhängig ist. „Ich finde eine neutrale Liste sehr sympathisch“, sagt Tanja Poppe unter Zustimmung ihrer
Mitstreiterinnen. Noch in der Sitzung vernetzen sie sich zu einer WhatsApp-Gruppe, um das weitere Vorgehen abzustimmen.
HAZ Bericht: Ortsräte immer mehr unter Druck - ein Alfelder Modell könnte Schule machen
R.Münzebrock vom 16.02.2026
Veröffentlicht am Montag, 16. Februar 2026
Von Ulrike Kohrs
Das kleinste politische Gremium gerät auch im Kreis Hildesheim zunehmend in Gefahr, der Ortsrat in Einum droht
bei der kommenden Kommunalwahl sogar zu sterben.
Im September finden in Niedersachsen Kommunalwahlen statt. Dann geht es auch darum, die über 100 Ortsräte im Kreis Hildesheim
zu besetzen. Fast alle Ortsräte der Region eint ein Problem: Ihnen fehlt das Personal. In Einum bei Hildesheim ist die Not besonders groß – da ist das Gremium in akuter Gefahr.
Politik wird in der Bundesregierung gemacht, in der Regierung der Länder und ja, in den Stadt- und Kreisräten. Das stimmt
auch, keine Frage. Doch es gibt auch die Politik an der Basis, die es den Menschen ermöglicht, mitzugestalten, sich einzumischen, Einfluss zu üben. Genau dafür gibt es die Ortsräte. Diese
Gremien, die es in allen 20 Städten, Einheits- und Samtgemeinden im Kreis Hildesheim gibt, sorgen dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger in den kleineren Orten nicht übergangen werden.
Doch das kleinste aller politischen Gremien gerät mehr und mehr in Gefahr. Es wird immer schwieriger, Menschen dafür zu
gewinnen. Schon längst sind in der Region nicht mehr alle Sitze besetzt. Das dürfte auch bei der anstehenden Kommunalwahl so sein. Im Hildesheimer Stadtteil Einum droht der Ortsrat sogar im
schlimmsten Fall zu sterben.
15 Ortsteile hat die Stadt Alfeld, und einst waren es auch mal 15 Ortsräte. Geblieben sind 12. In sechs Orten gab es quasi
Verschmelzungen. „In Imsen und Wispenstein, Sack und Langenholzen sowie in Brunkensen und Lütgenholzen haben wir nun jeweils einen gemeinsamen Ortsrat“, erklärt Alfelds Bürgermeister Bernd
Beushausen (SPD). Eine Reaktion auf das Personalproblem. „Das Erhalten der Ortsräte ist enorm wichtig“, sagt Beushausen. Sie sorgten für die Demokratie an der Basis, für Zusammenhalt und
Aktivitäten.
Wie in Eimsen. Und dennoch sorgt sich Ortsbürgermeister Torsten Kaczmarek um die Zukunft des Ortsrates. Fünf Sitze gibt es in
dem Gremium, ein Stuhl ist schon länger frei. Drei Sozialdemokraten sind aktiv und die parteilose Svenja Kraus, die aber über die CDU-Liste gewählt wurde. Und als Kaczmarek sich im Ort umhörte,
schwante ihm, dass es bei der kommenden Wahl schwierig werden könnte, ausreichend Kandidaten aufstellen zu können. Er hat auch eine Vermutung, woran das liegen könnte: „Die Leute haben keine Lust
mehr auf Parteipolitik.“ Deshalb geht Eimsen nun einen neuen Weg. Im Ort wurde die Wählergemeinschaft Klartext Eimsen gegründet. Dabei wäre ein Parteibuch für die Aufnahme aber auch kein Problem,
„solange es von einer freiheitlich-demokratischen Partei ist“, betont Kraus.
Simon
Bauermeister, Ortsbürgermeister in Einum bei Hildesheim, kann dem Amtskollegen in Eimsen bei dessen Analyse des Problems nur beipflichten. Auch in Einum seien die Parteien bei der
Arbeit im Gremium deshalb längst „ausgeblendet“, wie er es nennt. Sieben Mitglieder hat der Ortsrat dort. Vertreten sind bislang CDU (1), Unabhängige (1), Grüne (2), Parteilos (3). Und nun das:
Alle Mitglieder treten bei der kommenden Wahl nicht mehr an. „Alle aus privaten und nachvollziehbaren Gründen“, erklärt Bauermeister. Die Situation ist dennoch fatal. „Einum braucht dich
– jetzt“ heißt die Kampagne, die jetzt gestartet wurde. Es werden mindestens fünf Kandidaten gesucht, von denen im September vier antreten. Parteibuch oder politische Vorerfahrung seien
keine Voraussetzung. Und der alte Ortsrat stünde mit Rat weiterhin zur Verfügung, verspricht Bauermeister.
Die Parteipolitik sei aber nur einer der Gründe, der die Leute abschrecke. „Viele wollen sich nicht längerfristig an eine
Sache binden“, sagt der Ortsbürgermeister. Gewählt würde aber für fünf Jahre – und das wollten viele nicht.
Was wäre, wenn sich nicht ausreichend Mitstreiter finden? „Tja, dann hat Einum keinen Ortsrat mehr“, so Bauermeister. Dann
gebe es niemanden mehr, der sich für die Belange des Ortes und seiner Bürger einsetze.
Ob es gelinge, den Ortsrat zu retten, kann er noch nicht absehen. Er habe schon einige persönliche Gespräche geführt, es
wurden Handzettel verteilt – aber eine einschätzbare Rückmeldung gebe es noch nicht. Er setzt nun alles auf eine Info-Veranstaltung am Mittwoch, 18. Februar, um 19 Uhr im Ortsgemeinschaftshaus.
„Danach sehen wir weiter“, sagt der Ortsbürgermeister.
Die Ortsräte gehen uns alle an
Von Ulrike Kohrs
Ja, es gibt durchaus eine Menge Gründe, weshalb der eine oder die andere mit der aktuellen Politik auf dem Kriegsfuß steht.
Keine Frage. Doch das ist in den meisten Fällen die Politik auf Bundes- oder Landesebene. Politik fängt aber viel weiter unten an, nämlich an der Basis, in jedem einzelnen Ort. Schul- und
Kindergartenstandorte, Ausstattung von Spielplätzen, Radwege, Zebrastreifen – über all das entscheidet letztendlich die Politik. Die Ortsräte haben dabei eine entscheidende Funktion. Sie
vertreten die Bürger und Bürgerinnen in der Diskussion. Sie sorgen dafür, dass deren Ansichten, Sorgen und Befürchtungen nicht untergehen im großen Ganzen. Zur Wahrheit gehört dazu, dass die
Ortsräte keine große Entscheidungsgewalt haben. Sie müssen aber angehört werden – und das ist schon bedeutend genug. Parteipolitik spielt dabei keine Rolle, das leben die meisten Ortsräte ohnehin
schon. Ärger über das, was die Regierung in Bund und Land anrichtet, ist also keine Ausrede. Ganz im Gegenteil: Wer über das Große schimpft, kann zumindest im Kleinen zeigen, was möglich
ist.
HAZ Bericht über den Einumer Neujahrsempfang
R.Münzebrock vom 07.02.2025
Veröffentlicht am Montag, 13. Januar 2025
Von Andreas Mayen
Hildesheim wächst in Einum: So kommen Bauwillige an Grundstücke
R.Münzebrock vom 14.08.2024
Hildesheim - Bauplätze sind in Hildesheim Mangelware – in Einum wird jetzt jedoch ein stattliches Baugebiet erschlossen. Noch in diesem Jahr
startet der Verkauf.
Veröffentlicht am Mittwoch, 06. November 2024
Von Christian Wolters
Hildesheim - Die Archäologen haben ihren Job erledigt, jetzt kann die Stadt Hildesheim in Richtung Osten wachsen: Die Vermarktung des
Baugebiets An der Großen Barnte in Einum geht in die heiße Phase. Das Interesse ist groß, aber laut Andreas Kutscher gibt es die Chance für Interessenten, noch ins Verfahren einzusteigen.
Kutscher leitet die Geschäftsstelle der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG), die die Grundstücke verkauft und erschließen lässt. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das neue
Baugebiet und den Verkaufsprozess.
Um wie viele Grundstücke geht es?
Die NLG hat die Zahl der Parzellen leicht reduziert, aktuell soll die Siedlung An der Großen Barnte, die am östlichen Ortsrand zwischen Bundesstraße und Sportplatz liegt, in 38 Grundstücke
aufgeteilt werden.
Was soll gebaut werden?
Überwiegend Einzel- und Doppelhäuser. Dazu kommen drei Reihenhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser, die laut NLG durch einen gemeinnützigen Bauträger errichtet
werden sollen. Nach Informationen der Redaktion handelt es sich dabei um die kwg. Die Größe der Grundstücke variiert zwischen 300 und 880 Quadratmeter. Direkt an die B1 soll ein
Regenrückhaltebecken anschließen. Im Baugebiet will zudem die EVI eine Trafostation bauen, um die sichere Stromversorgung für Wärmepumpen und Elektromobilität zu gewährleisten.
Wie hoch ist der Kaufpreis?
Darüber gibt es noch keine Auskunft. Er richtet sich laut Vermarkter nach der Schlussrechnung der Archäologen, die inzwischen vorliege, und den Kosten für
die Erschließung. Diese werde aktuell ausgeschrieben, noch vor Weihnachten soll feststehen, wer den Auftrag erhält. Der Verkauf erfolgt ohne Provision und ohne Bauträger-Bindung.
Wie wird entschieden, wer ein Grundstück bekommt?
Für die Grundstücke haben im Lauf der vergangenen Jahre 400 Menschen ihr Interesse angemeldet. Sie bekommen voraussichtlich noch in diesem Jahr Post von der
NLG – sobald der Quadratmeterpreis feststeht. Dann geht es laut Andreas Kutscher um die Frage, wie viele Kaufinteressenten ihre Absicht bekräftigen: Sind es mehr als 38, müsse das Los
entscheiden. Sind es weniger, gehe es nach dem Datum des Erstkontaktes: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Hat man jetzt noch die Chance, in das Verfahren einzusteigen – und Aussichten auf Erfolg?
Das ist noch möglich – Ansprechpartner Cord Geweke von der LNG ist ist unter der Nummer 0511/123 208 35 zu erreichen. Die Erfolgsaussichten sind schwer zu
beziffern, weil die Interessenbekundungen teils Jahre alt sind und die Rahmenbedingungen für die Baufinanzierung sich verändert haben. Im Klartext: Die gestiegenen Baukosten könnten dazu
führen, dass Alt-Interessenten zurückziehen, und das könnte Neu-Interessenten in die Karten spielen.
Wann kann frühestens gebaut werden?
Im Juni 2025 soll das Baugebiet erschlossen sein, dann könnten Käufer beginnen, ihre Häuser zu errichten. Ein Einzug noch im kommenden Jahr ist also
theoretisch möglich.
Was passiert bis Sommer 2025 in dem Baugebiet?
Nach dem Winter sollen so früh wie möglich die Tiefbau-Maßnahmen für die Erschließung beginnen – Schmutz- und Regenwasserkanäle, Versorgungsleitungen der
EVI und Glasfaserleitungen werden verlegt.
Die Archäologen hatten Spuren einer Siedlung aus der Jungsteinzeit entdeckt, was zu einer Verzögerung geführt hat – kann das beim
Tiefbau erneut passieren?
Die NLG schließt das nahezu aus, weil die Fläche bereits sehr sorgfältig untersucht wurde. Das Denkmalschutzgesetz verpflichte jedoch dazu, etwaige Funde zu
melden.
Die NLG hatte angekündigt, den maroden Spielplatz an der Barnte zu modernisieren – ist das Versprechen eingehalten
worden?
Ja. Der runderneuerte Spielplatz wurde in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit übergeben. Pate des Spielplatzes ist der SV Einum, die Ehrenamtlichen
kümmern sich um die Sauberkeit und das Mähen der Rasenflächen.
Dorfteich soll entschlackt werden - Ampel an der B1 wird aufgerüstet
R.Münzebrock vom 12.09.2024
Veröffentlicht am Freitag, 23. August 2024
Von Andreas Mayen
Der Ortsrat Einum möchte die Grundstückseigentümer über ihre Rechte und Pflichten bei der Reinigung und Verkehrssicherungspflicht informieren. Dafür fordern die
Ortsratsmitglieder von der Stadtverwaltung die Ausgabe von 500 Infoblättern, die die in der Straßenreinigungssatzung festgelegten Pflichten zusammenfasst. Um Portokosten zu sparen, erklärten sich
die Politiker bereit, die Zettel an die jeweiligen Haushalte zu verteilen.
Grundstückseigner und Bewohner müssen vor allem die Gehwege reinigen und von Eis und Schnee befreien. Auch die Straße vor dem Grundstück müssen sie bis zur Mitte
von Eis und Schnee freihalten.
Die Vertreterin der Stadtverwaltung wies in der Ortsratssitzung darauf hin, dass die Satzung auf der städtischen Website einzusehen ist. Doch Ortsbürgermeister
Simon Bauermeister (CDU) will die Bewohnerinnen und Bewohner seiner Ortschaft aktiv informieren, insbesondere weil viele Neuzugezogene diese Pflichten offensichtlich nicht kennen. In Einum
reinigt der Bauhof alle Straßen, auf denen Busse des öffentlichen Personennahverkehrs fahren, und berechnet dafür eine Gebühr. Alle anderen müssen von Grundstückseignern oder Bewohnern gereinigt
werden. Moni Wagner von der Verwaltung sagte zu, das Thema mit ins Rathaus zu nehmen.
Der Pächter des Einumer Dorfteiches hat seinen Pachtvertrag mit der Stadt gekündigt. Damit kommt der Teich ab kommenden Jahr wieder in die Verantwortung der Stadt.
Der kleine Teich im Osten des Dorfes ist stark verschlammt und bedarf einer Grundsanierung. „Als ich ein Kind war, war der Teich vier bis fünf Meter tief“, sagt Simon Bauermeister, „heute ist es
nur noch ein Meter.“ Vor allem Pflanzenreste haben sich in den vergangenen Jahrzehnten am Boden des Teiches festgesetzt. Bauermeister ist dazu bereits in Gesprächen mit der Stadt. „Die
Entschlammung soll nächstes Jahr in den Haushalt eingestellt werden.“
Eine gute Nachricht hat der Ortsbürgermeister von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau. Die Ampel an der Kreuzung der Bundesstraße 1 zum Gewerbegebiet
Glockenfeld kann nach einer Statikprüfung mit weiteren Lichtzeichen aufgerüstet werden. Das betrifft Linksabbiegerpfeile von der Bundesstraße in die Wankelstraße und in die
Albert-Einstein-Straße. Die unübersichtliche Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt, an dem es häufig zu Abbiegeunfällen kommt.
Investor steht in den Startlöchern: In Einum entsteht ein Baugebiet
R.Münzebrock vom 14.08.2024
Veröffentlicht am Dienstag, 13. August 2024
Von Andreas Mayen
Baum mitgerissen: Hätte Unfall vermieden werden können?
RM vom 09.03.2024
Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Februar 2024
Von Andreas Mayen
Nach Zwischenfall mit einem Lastwagen – Einumer Ortsbürgermeister Simon Bauermeister erhebt Vorwürfe gegen die Hildesheimer Stadtverwaltung.
Hat die Stadt Hildesheim ihre Verkehrssicherungspflicht vernachlässigt? Das jedenfalls glaubt der Einumer Ortsbürgermeister Simon Bauermeister (CDU). In der
jüngsten Ortsratssitzung warf er der Verwaltung vor, wegen ihres mutmaßlichen Versäumnisses einen Verkehrsunfall mitverschuldet zu haben, bei dem ein Baum in der Einumer Löwentorstraße auf den
Fußweg fiel. Die Stadtverwaltung weist die Vorwürfe indes zurück.
Die Löwentorstraße führt von der Bundesstraße 1 durch Einum nach Borsum. An beiden Seiten ist die Straße von Bäumen gesäumt. Vor allem an der Westseite ragen die
Kronen der Bäume weit in den Straßenraum. Die Straßenverkehrsordnung spricht in so einem Fall von einem eingeschränkten Lichtraumprofil. „Obwohl ich die Stadt auf das Problem hingewiesen habe,
hat sie das Lichtraumprofil nicht freigeschnitten“, moniert Bauermeister.
Der Stadt war bekannt, dass die Baumkronen dort in den Straßenraum hineinragen, räumt Stadtsprecher Helge Miethe auf eine Anfrage der HAZ ein. Bereits Anfang
September vergangenen Jahres habe der städtische Baumkontrolleur dort Handlungsbedarf festgestellt und einen Kronenschnitt innerhalb eines Jahres angeordnet. Doch knapp zwei Wochen später wird
das eingeschränkte Lichtraumprofil einem Baum zum Verhängnis.
Baum stürzt um
Ein Lastwagen biegt von der Bundesstraße 1 in die Löwentorstraße ein und muss wegen eines auf der Fahrbahn geparkten Autos auf die Gegenspur wechseln. Dabei gerät
sein Auflieger in die Krone des ersten Baumes auf der Westseite – der Baum stürzt.
Weil die Stadt ihn nach dem Vorfall beseitigen lässt, entsteht ein Schaden von 5000 Euro, den die Verwaltung dem Fahrer des Lastwagen in Rechnung stellt. Einen
Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht sieht die Verwaltung jedoch nicht. „Der Verkehrssicherungspflicht der Stadt Hildesheim wurde im vollen Umfang Genüge getan“, versichert Stadtsprecher
Helge Miethe. Doch was passiert mit den übrigen Bäumen, deren Kronen in der Löwentorstraße in den Straßenraum ragen? Aktuell schreibt die Stadt Kronenpflegemaßnahmen aus, die unter anderem auch
an der Löwentorstraße ausgeführt werden sollen. Die Arbeiten sind für die Vegetationsperiode des laufenden Jahres geplant.
Unfall-Schwerpunkt: Kreuzung an B 1 wird durch neue Ampelschaltung
entschärft
RM vom 09.03.2024
Veröffentlicht am Mittwoch, 24. Februar 2024
Von Andreas Mayen
Am Glockensteinfeld: 34 Verkehrsunfälle mit Schwer- und Leichtverletzten in drei Jahren registriert
Die Landesbehörde für Straßenbau will die Kreuzung an der Bundesstraße 1 zum Gewerbegebiet Glockensteinfeld kurzfristig mit einer neuen Ampelanlage sicherer machen.
„Wir wollen den Unfallschwerpunkt entschärfen“, sagt Martin Klose, Pressesprecher der Straßenbaubehörde, „der Abbieger aus Einum in das Gewerbegebiet wird kurzfristig umgerüstet.“ Derzeit blinkt
ein gelbes Licht für Autofahrer aus Einum, wenn der Gegenverkehr ein grünes Signal sieht. Wenn kein Gegenverkehr kommt, können die Autofahrer trotzdem in das Gewerbegebiet abbiegen. Künftig
dürfen Autofahrer erst von der Bundesstraße 1 links in das Gewerbegebiet einfahren, wenn der Gegenverkehr an der Ampel halten muss.
Offensichtlich sind viele Autofahrer damit überfordert, an dieser Stelle Geschwindigkeit und Abstand des entgegenkommenden Verkehrs einzuschätzen. Die
Verkehrsunfallstatistik der Polizei verzeichnet für die Jahre 2020 bis 2022 insgesamt 34 Verkehrsunfälle, davon sind 15 Unfälle durch Fehler beim Abbiegen entstanden. Acht Personen wurden in den
drei Jahren schwer- und 18 Personen leicht verletzt. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht im Detail vor, allerdings hat sich die Situation nach einer ersten Einschätzung der Polizei in vergangenen
Jahr nicht verbessert.
Für einen Kreisel gibt es noch keinen Zeitplan
Der Einumer Ortsbürgermeister Simon Bauermeister (CDU) begrüßt die Pläne
der Landesstraßenbaubehörde: „Das ist ein schöner erster Schritt.“ Er verweist auf das Risiko für schwere Unfälle an dieser Stelle. „Beim letzten Unfall musste ein Autofahrer von der Feuerwehr
aus seinem Wagen geschnitten werden.“ Er wünscht sich aber noch eine weitere Veränderung. „Wir bevorzugen einen Kreisel“, sagte Bauermeister in der jüngsten Ortsratssitzung, „dadurch gibt es
weniger Rückstau und weniger Unfälle.“ Zwar ist dieser Wunsch auch in der Landesstraßenbaubehörde angekommen. Doch bis es soweit ist, wird noch viel Zeit vergehen. Pressesprecher Martin Klose:
„Dazu kann ich keinen Zeitplan nennen.“
Ortsratsmitglied Andrée Busche (Unabhängige) weist auf ein anderes
Problem hin. Lastwagen aus dem Gewerbegebiet müssen als Rechtsabbieger auf die Bundesstraße 1 einen weiten Bogen fahren, der sie auf die Linksabbiegerspur des Gegenverkehrs führt, wenn sie mit
ihrem Auflieger nicht gegen den Ampelmast am Fußgängerüberweg fahren wollen. Er berichtet von Problemen, die er in der vergangenen Woche beobachtet hat, als dort zwei Laster gleichzeitig auf den
Gegenspuren standen. „Nur weil der eine dann nach rechts auf die Geradeausspur gewechselt ist, konnte der andere weiterfahren.“ Sein Vorschlag: Die Haltelinie auf der Bundesstraße 1 müsste
mehrere Meter zurückversetzt werden. Doch hier erteilt die Baubehörde eine Absage. Klose: „Dort sind keine weiteren kurzfristigen Maßnahmen vorgesehen.“
Aktiv in der Region: Löwenbrunch
2023
RM vom 09.08.2023
Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Juli 2023
HAZ Aktiv in der Region
Rückblick auf die 50-Jahr Feier der
Faschingsgilde.
Hildesheim- Wichtige Voraussetzungen für
eine mögliche Umgestaltung der unfallträchtigen Kreuzung der Bundesstraße 1 mit den Zufahrten nach Bavenstedt und zum Glockensteinfeld zu einem Kreisel dürften frühestens im nächsten Jahr erfüllt
sein. Nun wird eine Zwischenlösung geprüft.
Hildesheim - Eine veränderte Ampelschaltung könnte die unfallträchtige Kreuzung der Bundesstraße 1 mit den Zufahrten nach Bavenstedt und zum
Glockensteinfeld kurzfristig entschärfen. Das ist das Ergebnis eines Ortstermins von Vertretern der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie der Stadt Hildesheim und Einums Ortsbürgermeister Simon Bauermeister (CDU). Letzterer fordert, die Kreuzung
durch einen Kreisel zu ersetzen. Der Einumer Ortsrat wirbt seit gut zehn Jahren für eine solche Lösung.
Zusammenstöße mit Lastwagen
Durch die Pläne des Lebensmittel-Logistikers Transgourmet für eine deutliche Vergrößerung des
Standorts Hildesheim mit entsprechend mehr Lieferverkehr hat die Debatte neuen Schwung bekommen. Erst recht, weil die Polizeiinspektion Hildesheim in ihrer Stellungnahme zur dafür
nötigen Änderung des Bebauungsplans für das Glockensteinfeld dringend eine Entschärfung der Kreuzung angemahnt hat, die seit Jahren ein Unfallschwerpunkt ist.
Immer wieder kommt es zu schweren Zusammenstößen, meist mit Lastwagen. Pro Tag sind auf dem Streckenabschnitt knapp 11 000 Autos und rund 500 Lastwagen unterwegs,
Tendenz steigend. Die Stadtverwaltung folgte der Forderung allerdings nicht und erklärte, sie rechne nicht mit einer nennenswert steigenden Verkehrsbelastung.
Warten auf den Brückenbau
Die Straßenbau-Behörde des Landes ist allerdings auch unabhängig vom Bebauungsplan und der Haltung der Stadt dazu aktiv geworden. Sie plant unter anderem
Vermessungen, Bodenerkundungen und eine Untersuchung zum Artenschutz in dem Gebiet – um herauszufinden, ob und unter welchen Bedingungen die Kreuzung „umgebaut werden kann beziehungsweise
muss“.
Bis es dabei ins Detail geht, kann es allerdings noch etwas dauern. Denn ein wichtiger Bestandteil der Prüfungen, die die Landesbehörde plant, soll eine aktuelle
Verkehrszählung sein. Die will das Amt aber noch nicht anstoßen – weil es wegen der laufenden Bauarbeiten an der B1-Brücke über die Autobahn 7 derzeit nicht mit tragfähigen Ergebnissen rechnet.
Vielmehr könne eine solche Zählung „erst nach der Freigabe aller Fahrbeziehungen sowie Fertigstellung der Maßnahme an der A 7 erfolgen“, betonte ein Sprecher. Das heißt: frühestens im nächsten
Jahr.
Wie die Behörde weiter erklärte, soll für eine kurzfristige Lösung überprüft werden, ob die bestehende Ampelschaltung an der Kreuzung verändert werden kann und ob
dies eine Entschärfung bringen könnte. „Diese Entscheidung steht noch aus“, sagte ein Sprecher in dieser Woche.
Baugebiet auf den Weg gebracht
RM vom 23.01.2023
Bedenken wegen Verkehrsaufkommen
Donnerstag, 02. März 2023
Von Wiebke Barth
Einum.Das Neubaugebiet Große Barnte in Einum ist auf den Weg gebracht: In einer Sondersitzung des Einumer Ortsrates wurden Bebauungsplan und Bebauungsentwurf erstmals vorgestellt. Die Sitzung war extra
anberaumt worden, damit die Anhörung im Ortsrat noch vor der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität (StUM) stattfinden konnte.
Ortsbürgermeister Simon
Bauermeister (CDU) und seine Ortsratskollegen befassten sich mehr als zwei Stunden mit dem Bebauungsplan, erfragten sehr viele Details und ließen auch die anwesenden Bürger und
Bürgerinnen zu Wort kommen.
Das Baugebiet liegt südlich der Bundesstraße 1 (Alte Heerstraße) auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche und
wird über die Straße Große Barnte erschlossen. Von dort soll künftig eine Ringstraße durch das Wohngebiet führen.
Der Bebauungsentwurf sieht in Nachbarschaft des Bäckereibetriebes im Norden des Gebietes zwei Mehrfamilienhäuser mit
gefördertem Wohnungsbau über zwei Vollgeschosse vor. In einer Lücke zwischen der schon bestehenden Bebauung Große Barnte sollen Reihenhäuser entstehen, hier beginnt auch die
Erschließungsstraße.
Außerdem sind im Baugebiet sieben Doppelhäuser und 24 Einfamilienhäuser geplant. Die Häuser erhalten teilweise Flach-,
teilweise Pultdächer. Daniel Pilot vom Fachbereich Stadtteilplanung und Planverfahren betonte, es handele sich lediglich um einen Entwurf, der im Detail noch nicht feststehe.
Bedenken der Ortspolitiker und Ortspolitikerinnen sowie der Einwohner und Einwohnerinnen betrafen vor allem den Verkehr. Das
Verkehrsgutachten lasse den Sportplatz außen vor, beanstandete Bauermeister.
Trainingsbetrieb und Spiele führten jedoch oft zu erheblich höherem Verkehrsaufkommen auf der Großen Barnte, das müsse
berücksichtigt werden. Auch Lärm und Licht gingen vom Sportplatz aus. Diese Faktoren müssten in den Gutachten benannt werden, um spätere Beschwerden zu vermeiden.
Ein Anwohner forderte, die Ringstraße solle verkehrsberuhigte Zone werden, das sei in einer früheren Sitzung zugesagt
worden.
Es sei schon jetzt schwierig, bei hohem Verkehrsaufkommen von der Großen Barnte nach links auf die B 1 abzubiegen, äußerten
Anwohnende. Der Ortsrat machte den Vorschlag, eine Kontaktschleife zu legen und mit der nahegelegenen Fußgängerampel über die B 1 zu verbinden, um mit Hilfe der Ampelschaltung das Einbiegen zu
erleichtern.
Zu den Grundstückspreisen könne er noch keine Aussage machen, erklärte Andreas Kutscher, Prokurist des Investors
NLG (Niedersächsische Landgesellschaft). Zuvor müssten Kostenfaktoren wie die archäologische Untersuchung, ein Gutachten zum Feldhamsteraufkommen sowie die Erschließungskosten geklärt
sein.
Die Vermarktung beginne voraussichtlich im Frühjahr 2024.
Große Barnte: Beschluss erst im März
RM vom 23.01.2023
Baugebiet ist Thema beim Neujahrsempfang.
Mittwoch, 16. Januar 2023
Von Wiebke Barth
Zusammenhalt als Chance, die Krisen der Gegenwart und Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen: Mehrfach wurde die Dorfgemeinschaft beim Neujahrsempfang in Einum
als besonders engagiert hervorgehoben. Einen Eindruck davon gab Ortsbürgermeister Simon Bauermeister (CDU) mit einem Rückblick auf Veranstaltungen des vergangenen Jahres und einer Vorausschau auf
2023. Zu den wesentlichen Themen dieses Jahres gehört die Entwicklung des Neubaugebietes Große Barnte. Hier sollen Bauplätze für 42 Einfamilien- und Doppelhäuser sowie zwei Gebäude im
Geschoßwohnungsbau entstehen.
Bei der ersten Vorstellung des Bebauungsplanentwurfs im Mai 2022 war der Auslegungsbeschluss noch für den Herbst/Winter desselben Jahres geplant, wurde dann
verschoben und stand zuletzt auf der Tagesordnung der Ortsratssitzung am 25. Januar 2023. Den Termin habe die Stadt nicht halten können, bedauerte Bauermeister. Das sei ärgerlich, der Ortsrat
wünsche aber keine Konfrontation, sondern weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Für den 1. März sei eine Sondersitzung angesetzt, bei der ausführlich über das Baugebiet informiert,
sowie über den Auslegungsbeschluss abgestimmt werden soll.
Das Planverfahren für das Einumer Baugebiet sei keineswegs hinten angestellt worden, sondern werde gleichzeitig mit zahlreichen anderen Projekten in Hildesheim
bearbeitet, erklärte Oberbürgermeister Ingo Meyer auf Nachfrage der HAZ.
Schuld an der Verzögerung seien die bekannten Gründe: Personalmangel und zeitweise sehr hohe Krankenstände in der Verwaltung, sowie unvorhergesehene Aufgaben durch
andere Baustellen in der Stadt.
Der Ortsrat wolle sich in Zukunft noch mehr um die Einbeziehung von Zugezogenen bemühen, sagte Bauermeister. Die Einwohner und Einwohnerinnen würden außerdem in den
Ortsratssitzungen, durch Homepage, Newsletter oder Hauswurfsendungen über die Angelegenheiten des Ortes informiert – auch zum Thema Windpark „Ilse“. Aus seiner Sicht, so Bauermeister, „ein
schönes Projekt, um beim Thema erneuerbare Energien weiterzukommen.“
Die Faschingsgilde feiert ihr 50-jähriges Bestehen und sorgte aus diesem Anlass beim Empfang für die Getränke. Die Brüder Hans-Christian und Benedikt Skorka
präsentierten als musikalische Einlage zwei selbstgedichtete Lieder über Einum.
120 000 Euro Schaden in Einum: Nächster Geldautomat gesprengt.
RM vom 31.12.2022
Erneut haben Unbekannte im Landkreis Hildesheim einen Bankautomaten gesprengt.
Mittwoch, 28. Dezember 2022
Von Christian Harborth
und Sabrina Kleinertz
Investoren planen Riesen-Windpark mit 14 Großanlagen nahe Hildesheim
RM vom 15.12.2022
Bei Hildesheim soll ein riesiger Windpark entstehen, so wünschen es sich örtliche Investoren. Wie groß soll er werden, wie hoch
werden die Anlagen, was soll das kosten und was soll es bringen, wie ist der Zeitplan? Erste Antworten auf zentrale Fragen.
Hildesheim- Das dürfte das
Landschaftsbild massiv verändern. Einen für Hildesheimer Verhältnisse gigantischen Windpark wollen örtliche Investoren gemeinsam mit der FirmaInnoventim Osten Hildesheims errichten – in erster Linie im Gebiet der GemeindeSchellerten, aber auch auf Hildesheimer Flächen. Erste Pläne sehen 14 Windräder vor. Jede Anlage
soll bis zu 240 Meter hoch werden, die Beteiligten wollen gut 100 Millionen Euro investieren. Doch es gibt noch einige Hürden. Am Mittwochabend wurde das Projekt erstmals öffentlich im Einumer
Ortsrat vorgestellt. Nur zwölf Bürgerinnen und Bürger waren dabei, Gegenwind gab es kaum.
Wo soll der Windpark entstehen?
Die Initiatoren haben die recht große Feldmark zwischen den Ortschaften Einum,Achtum,Uppen, Wendhausen, Ottbergen,DinklarundBettmarausgeguckt. Das Gebiet, in Einum auch als Landwehr bekannt, ist eine der größten
unbesiedelten Flächen im Kreis Hildesheim außerhalb der Waldgebiete. Der Windpark soll in Anlehnung an den dort fließendenIlsebach„Ilse“ heißen.
Wie wollen die Investoren bauen?
Nach Angaben vonInnovent-Vertreter DirkIhmelsist es in diesem
Gebiet möglich, einen Windpark mit 14 Windrädern auf einer Fläche von 300 Hektar zu bauen und dabei von jedem Windrad mindestens 1,1 Kilometer Abstand zum nächsten Wohnhaus zu wahren. „Das ist
mehr als vorgeschrieben“, betonte er. Tatsächlich gilt im Landkreis eine 750-Meter-Regel. Im Windpark zwischen Einum,BettmarundHönnersumhat sichInnoventmit den beteiligten Kommunen auf einen Mindestabstand von 900 Metern
verständigt, allerdings sind die Anlagen dort nicht so hoch.
Wie viel Strom sollen die Anlagen liefern?
Bis zu 14 Windräder heutiger Maximalgröße sehen die Pläne vor. Die Nabenhöhe der Anlagen würde bei 160 bis 170
Metern liegen. Steht ein Rotorblatt senkrecht nach oben, würde die Spitze eine Höhe von 230 bis 240 Metern erreichen. Jede Anlage würde lautIhmelszwischen 7 und 7,5 Millionen Euro kosten und könnte pro Jahr rund 16 Millionen
Kilowattstunden Strom liefern. Insgesamt käme der Windpark so auf 224 Millionen Kilowattstunden Jahresproduktion, was rechnerisch für rund 50.000 Vier-Personen-Haushalte reichen würde – und damit
für einen Großteil der Bevölkerung des Landkreises.
Was soll mit dem Strom passieren?
Da Windstrom nicht konstant fließt, sondern wie bei Photovoltaik abhängig vom Wetter mal mehr und mal weniger
davon produziert wird, kann der Windpark nicht einfach eine bestimmte Region versorgen. Stattdessen soll er über ein eigenes Umspannwerk an das überregionale Stromnetz angeschlossen werden, in
dem er damit den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen erhöht.Innovent-VertreterIhmelswollte aber auch nicht
ausschließen, dass perspektivisch große Batteriespeicher oder ein Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff installiert werden, um überschüssigen Windstrom aufzunehmen.
Wer steht hinter dem Projekt?
Die Initiative für den Windpark geht von einer Gruppe von Grundeigentümern im besagten Gebiet aus. Etwa 50 der 70
Eigentümer haben sich in einer Art Interessengemeinschaft zusammengeschlossen. Sprecher für Einum ist der frühere Ortsbürgermeister Stephan Hesse. Die Gruppe hat ihre Vorstellungen verschiedenen
auf Planung und Bau spezialisierten Unternehmen präsentiert und fast eine Art Ausschreibung gemacht. Mit der FirmaInnoventaus Varel, die bereits den Windpark zwischen Einum,BettmarundHönnersumgeplant und gebaut hat, gab
es die größten Übereinstimmungen. Geplant ist die Gründung einer gemeinsamen Betreibergesellschaft. Die Grundbesitzer der konkreten Windrad-Standorte würden ihr die nötigen Flächen
verpachten.
Ziel ist, dass sich auch Bürgerinnen und Bürger der anliegenden Orte über eine Genossenschaft beteiligen können.
Die Betreiber-Gesellschaft insgesamt soll so gestaltet werden, dass sie ihre Gewerbesteuer in der Region abführt.Ihmelskündigte zudem freiwillige Spenden an Feuerwehren, Vereine und Verbände in den umliegenden Dörfern an – je mehr Windräder, desto höhere
Beträge.
Welche Hürden gibt es?
Die GemeindeSchellertenhat aktuell zwei Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen – aber nicht im vonInnoventund den örtlichen Eigentümern angestrebten Bereich. Die Stadt Hildesheim hat solche Konzentrationsflächen gar nicht ausgewiesen.Ihmelsappelliert an beide Kommunen, mit den Investoren zusammen eine solche Planung
voranzutreiben: „Dann bekommen sie mehr Steuerungsmöglichkeiten, es gibt mehr Einfluss für die Menschen in der Region und dadurch auch weniger Konfliktpotenzial.“
DerInnovent-Vertreter verwies auf Gesetzesänderungen im Laufe dieses Jahres, vor allem das sogenannte Wind-an-Land-Gesetz. Kommunen, die nicht bis Anfang 2024
Vorranggebiete auswiesen, verlören ihre Steuerungsmöglichkeiten – denn der Windkraft werde inzwischen eine „überragende Bedeutung“ zugeschrieben. Damit gehe eine Privilegierung zum Bau außerhalb
von Ortschaften einher, wie es sie schon lange für Biogasanlagen gibt.
Allerdings sind unverändert umfangreiche Prüfungen nötig, von Schallmessungen über die Kartierung von Vögeln und Fledermäusen
bis hin zu Vogelschutz, Bodenschutzgutachten und vielen anderen Untersuchungen.
Wann könnte der Bau beginnen?
Planungen, Untersuchungen, Genehmigungsverfahren, Beschaffung von Bauteilen und die Beauftragung verschiedener
Arbeiten – bis zu einem möglichen Baustart könnten aus Sicht von DirkIhmelsbestenfalls dreieinhalb Jahre vergehen. Im Schnitt dauern solche Verfahren in Deutschland bislang aber eher sechs bis sieben Jahre. Planungen für einen
vergleichbar großen Windpark an der Bundesstraße 3 zwischen Gronau und Elze laufen allerdings schon seit rund zehn Jahren. Zwar ist zuletzt deutlich Bewegung in die Sache gekommen, ein Baubeginn
ist aber noch nicht in Sicht.
Wie reagierten die Zuhörer?
Erstaunt waren die Initiatoren des Windparks von der geringen Resonanz. Nur zwölf Zuhörerinnen und Zuhörer kamen
am Mittwochabend ins Einumer Ortsgemeinschaftshaus, obwohl das Thema auf der Tagesordnung stand und sich in den umliegenden Orten durchaus herumgesprochen hatte. Nur ein Besucher merkte kritisch
an, auch aus weiterer Entfernung würden ihn dieRotorengeräuschevon Windrädern
stören.
Ortsratsmitglied Thomas Epp (CDU), der ansonsten viel Sympathie für die Windenergie offenbarte, monierte, dass die
vonInnoventversprochene „bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung“ – es blinkt nur,
wenn tatsächlich ein Flugzeug vorbeifliegt – der Windräder nördlich von Einum immer noch nicht umgesetzt sei.Ihmelsräumte das ein, verwies aber auf die Deutsche Flugsicherung. Diese müsse den Windpark noch „befliegen“, darauf warte man schon lange.Innoventhabe die Technik längst installiert.
EinumsOrtsbürgermeister Simon Bauermeister (CDU) äußerte
sich indes sehr positiv zu dem Projekt, auch aus dem Publikum gab es mehrheitlich Applaus.
Mehrere Autos beschädigt
RM vom 14.11.2022
Polizeieinsatz in Einum: Unbekannte haben etliche Fahrzeuge beschädigt. Außerdem haben Jugendliche unter anderem Autofahrer angepöbelt.
In der Zeit von Freitagabend, 20 Uhr, bis Samstagmorgen 6 Uhr sollen eine oder mehrere Personen im Hildesheimer Ortsteil Einum gewütet haben. An mehreren geparkten
Fahrzeugen wurden die Außenspiegel abgeschlagen beziehungsweise abgetreten. Nach bisherigen Feststellungen der ermittelnden Beamten waren Fahrzeuge in den Straßen Alte Heerstraße, Große Barnte,
Bischof-Wedekin-Straße, Gustav-Giere-Weg und Löwentorstraße betroffen. Bis Samstagmittag zählt die Polizei Hildesheim neun beschädigte Fahrzeuge. Entsprechende Strafverfahren wurden
eingeleitet.
Bei der Sachverhaltsaufnahme konnten die Beamten DNA-Spuren, möglicherweise von einem Täter, zu diesen Sachbeschädigungen sichern. Zeugen, die Hinweise zu dem oder
den Tätern geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Hildesheim zu melden. Der Gesamtschaden an den Fahrzeugen wird von der Polizei auf einen mittleren vierstelligen Geldbetrag
geschätzt.
Bereits am Freitagabend kam es zudem zu einem polizeilichen Einsatz in Einum. Gemeldet wurden dort zwei Jugendliche, die ihr „Unwesen treiben“, so die Polizei. Die
Jugendlichen sollen Passanten angepöbelt, vorbeifahrende Fahrzeuge mit Gegenständen beworfen und unberechtigt fremde Grundstücke betreten haben. Ob es einen Zusammenhang zwischen den
beiden gemeldeten Jugendlichen und den in der Nacht begangenen Sachbeschädigungen gibt, ist bislang unklar. Die Ermittlungen laufen. uli
HAZ Presseartikel zur Ortsratssitzung vom 29.06.2022
RM vom 19.12.2022
Friede,Freude, Eierkuchen vom 28.02.2022
HAZ Presseartikel zur Ortsratssitzung vom 25.02.2022